Leserbrief von

Jürg Soler

Es ist Zeit für ein neues Generationenprojekt

 

Bis anhin habe ich meine Meinung zum Bahnhofareal Herisau nur in persönlichen Gesprächen kundgetan. Doch dann stellte man mir die Frage, inwieweit es zulässig sei, sich in einer Krise wie der aktuellen, an solche Bauwerke zu wagen. Und ich beschloss, diese Frage öffentlich zu beantworten.

 

Wie Beau Tapplin so schön sagte: «Wir können nicht immer stark sein, aber wir können immer mutig sein.» Und diese Aussage trifft es meines Erachtens auf den Punkt. Blicken wir nur mal kurz zurück, wie mutig die Unternehmer im Jahre 1910 waren, als sie das damalige Bahnhofgelände aus dem Nagelfluh-Felsboden stampften. Damals gab es sicher auch Ängste, Stolpersteine, geschweige denn Krisen. Denn nur vier Jahre später kam der 1. Weltkrieg. Doch heute zeigt sich: Es war ein fulminantes Generationenprojekt, das es brauchte und abertausenden Menschen einen wertvollen Dienst erwies.

 

Die Gegebenheiten haben sich aber verändert: Wir haben ein höheres Verkehrsaufkommen, mehr Pendler, engere Fahrpläne usw. All diesen Ansprüchen wird das alte Bahnhofareal nicht mehr gerecht. Denken wir da nur an die prekäre Situation für die Fussgänger und Velofahrer, die schlechten Übergänge für Gehbehinderte, die teils gefährlichen Einsteigeorte bei den Bushaltestellen. Ich brauche hier nicht alles aufzuzählen, das finden Sie auch auf dem Abstimmungsflyer. Wichtig ist, dass wir wirtschaftsfähig bleiben – mit einem attraktiven Dorf und sicheren Bauwerken, die nicht nur uns dienen, sondern auch unseren nächsten Generationen.

 

Und darum ist es Zeit für ein neues Generationenprojekt. Es ist Zeit für ein Bauwerk, das nachhaltig, sicher und wegweisend ist. Auch in einer schwierigen Zeit. Denn jede Krise birgt eine Chance und unsere Chance ist die Weitsicht. Für unser Dorf, für die BewohnerInnen, für die PendlerInnen und für die Durchreisenden, die den Bahnhof nutzen wollen und müssen, ob wir eine Krise haben oder nicht.

 

Herisau scheint der Mut in den letzten Jahrzehnten etwas verloren zu haben. Mir zumindest fällt nichts ein, was wir in der Vergangenheit Innovatives oder Mutiges auf die Beine gestellt haben. Darum nochmals: Es ist Zeit für einen nächsten Schritt. Und viel Mut braucht es auch gar nicht für das neue Bahnhofareal, es ist vernünftig geplant worden und präsentiert sich mit lebensnotwendigen Vorteilen, die im Interesse von uns allen liegen.

 

Ginge es nach mir, könnte Herisau durchaus ein «Leuchtturmprojekt» vertragen. Zum Beispiel mit dem höchsten Holzhochaus der Schweiz? Vielleicht haben Sie noch eine bessere Idee. Aber vorerst reicht ein einfaches Ja zum vernünftigen Bahnhofprojekt Herisau, damit das Dorf wettbewerbsfähig und sicher bleibt.

Komitee pro Bahnhof Herisau

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